Es ist eine Enttäuschung, die viele nach einem erfolgreichen Gewichtsverlust beschreiben: die Pfunde sind weg, aber die Dehnungsstreifen sind geblieben. Manchmal kommt noch etwas hinzu: ein Volumen überschüssiger Haut, die sich faltet oder hängt, und das man oft mit Dehnungsstreifen verwechselt, obwohl es nichts damit zu tun hat.
Dieser Artikel unterscheidet die beiden genau, weil es zwei verschiedene Probleme sind, mit zwei Ursachen, zwei Ansprechpartnern und zwei unterschiedlichen Lösungen. Das eine ist eine Narbe in der Haut, das andere ist überschüssige Haut. Und vor allem: Im Gegensatz zu anderen Kontexten ist dies der einzige Fall, in dem Chirurgie eine wirkliche Lösung darstellt, dokumentiert, mit ihren gemessenen Vorteilen, ihren Zugangsvoraussetzungen und ihrer Komplikationsrate.
Zwei Probleme, die nicht verwechselt werden dürfen. Der Dehnungsstreifen ist eine dermale Narbe, entstanden durch die Ruptur von Kollagen- und Elastinfasern während der Gewichtszunahme. Er verschwindet nicht, wenn das Volumen abnimmt, weil sich eine Narbe nicht abschwellen kann. DerHautüberschuss ist ein Hautvolumen, das für den Körper, den es bedeckt, zu groß geworden ist: er verursacht Schmerzen, Reizungen, Kleidungsbeschwerden und psychosoziale Auswirkungen.
Was Chirurgie bringt. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse zeigt, dass die Körperkonturchirurgie nach massivem Gewichtsverlust statistisch signifikant die körperliche Funktion, das psychologische Wohlbefinden und die soziale Funktionsfähigkeitverbessert. Dies ist der einzige Kontext in diesem Dossier, in dem eine chirurgische Lösung wirklich angezeigt ist. Mit zwei wichtigen Vorbehalten: von Komplikationen bei 30,5 % der Patienten einer Serie, dominiert durch Wundheilungsprobleme, und restriktive Zugangsvoraussetzungen im Zusammenhang mit dem BMI. Zu den Dehnungsstreifen selbst: das am besten bewertete Protokoll kombiniert bipolare Radiofrequenz und topisches Tretinoin.
Zwei Probleme, die alle verwechseln
| Dehnungsstreifen | Hautüberschuss | |
|---|---|---|
| Was es ist | Eine Narbe in der Hautdicke, fein und linear | Ein Hautvolumen, das für den Körper, den es bedeckt, zu groß geworden ist |
| Ursprung | Bruch von Kollagen- und Elastinfasern bei der Dehnung | Anhaltende Dehnung ohne ausreichende Rückbildung nach Gewichtsverlust |
| Symptome | Keine. Nur ästhetische Auswirkungen | Schmerzen, Reizungen und Mazeration, Kleidungsbehinderung, psychosoziale Auswirkungen |
| Ansprechpartner | Dermatologe | Plastischer Chirurg |
| Lösung | Abschwächung durch Geräte und topische Mittel, keine Beseitigung | Chirurgische Entfernung überschüssiger Haut |
Viele Menschen konsultieren einen Dermatologen wegen überschüssiger Haut oder suchen eine Creme für ein chirurgisches Problem. Der Test ist einfach: eine Dehnungsstreifen ist eine sichtbare Streifung in ansonsten straffer Haut; ein Hautüberschuss ist Haut, die sich faltet, einrollt oder hängt und die auch bei Bewegung überschüssig bleibt. Die beiden treten oft zusammen auf, was die Verwirrung erklärt, aber sie werden nicht am gleichen Ort behandelt.
Wichtige Präzisierung: Im Gegensatz zu Dehnungsstreifen, die rein ästhetisch sind, kann Hautüberschuss zu einer echten funktionalen Beeinträchtigungführen, die in der Literatur als Schmerzen, Hautprobleme und psychosoziale Schwierigkeiten beschrieben wird. Das ist keine Laune, und es ändert die Art, wie der Wunsch in der Konsultation formuliert werden muss.
Warum Dehnungsstreifen bleiben
Die Dehnungsstreifen entstanden während der Gewichtszunahme, als sich die Haut schneller dehnte, als sie sich anpassen konnte. Die Kollagen- und Elastinfasern rissen, die Dermis reorganisierte sich, und an dieser Stelle bildete sich eine Narbe.
Gewichtsverlust reduziert das Volumen unter der Haut. Das repariert nicht die zerrissenen Fasern in der Haut. Mit anderen Worten: Die Ursache ist verschwunden, die Folge bleibt. Das ist genau der Grund, warum die Hoffnung, dass Dehnungsstreifen mit den Kilos verschwinden, zu einer vorhersehbaren Enttäuschung führt.
Es findet jedoch eine natürliche Entwicklung statt, die oft missverstanden wird: Die Dehnungsstreifen gehen von rot oder violett zu perlmuttweißüber. Man meint dann, dass sie verblassen, aber sie vollenden gerade ihre Narbenbildung. Diese Unterscheidung hat eine wichtige praktische Konsequenz, die später entwickelt wird: Bei der roten Phase sprechen die Behandlungen am besten an.
Hautüberschuss: was Chirurgie wirklich bringt
In unseren anderen Artikeln über Dehnungsstreifen erschien die Chirurgie als Vorbehalt: niemand operiert einen normalen Bauch wegen Striae. Hier ist die Situation anders, weil das behandelte Problem nicht dasselbe ist. Hautüberschuss ist eine anerkannte chirurgische Indikation, und es gibt Daten dazu.
Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse quantifizierte die Auswirkungen der Körperkonturchirurgie bei Patienten nach erheblichem Gewichtsverlust. Die Ergebnisse: statistisch signifikante Verbesserungen statistisch signifikant der körperlichen Funktionsfähigkeit, des psychologischen Wohlbefindens und der sozialen Funktionsfähigkeitsowie eine Reduktion des BMI. Die Autoren schlussfolgern, dass diese Chirurgie eine Strategie darstellt, um die Lebensqualität von Patienten zu verbessern, die unter funktionellen und psychosozialen Folgen des Hautüberschusses leiden.
Eine klinische Serie mit 58 Patienten nach bariatrischer Chirurgie ergänzt das praktische Bild. Derabdominale Hautüberschuss war bei weitem das Hauptanliegen, bei 86,2 % der Patienten, und dieBauchdeckenstraffung war der häufigste Eingriff. Bei den Ergebnissen berichtete die Mehrheit der Patienten Verbesserungen in allen bewerteten Bereichen, und 54,9 % bewerteten ihre Zufriedenheit als ausgezeichnet.
Die Zugangsvoraussetzungen und Komplikationen
Die Vorteile anzukündigen ohne die Nachteile wäre genau der Fehler, den wir anderswo kritisieren. Hier also die andere Hälfte der Bilanz.
Die Komplikationen
In der oben erwähnten Serie von 58 Patienten wurden postoperative Komplikationen bei 30,5 % von ihnen festgestellt, wobei Wundheilungsprobleme am häufigsten mit 17,1 % auftraten. Das ist keine anekdotische Rate und muss bei der Entscheidung berücksichtigt werden.
Die Zugangsvoraussetzungen
Eine Übersichtsarbeit zur plastischen Chirurgie nach bariatrischer Chirurgie beschreibt eine Realität, die viele Patienten zu spät entdecken: viele plastische Chirurgen beschränken die Körperkonturchirurgie auf Personen mit einem BMI unter 28. Nun ist es so, dass die Mehrheit der Patienten nach bariatrischer Chirurgie einen BMI von 30 oder höher behält, und ihre Anträge werden daher häufig abgelehnt, außer bei zwingenden medizinischen Gründen.
Mit anderen Worten: Der Weg endet nicht mit der Gewichtsabnahme. Es gibt eine zweite Phase, und sie ist nicht automatisch zugänglich. Wenn man dies vorher weiß, kann man seine Planung nicht um eine Intervention herum organisieren, die möglicherweise verschoben werden könnte, und ermöglicht es, frühzeitig mit dem betreuenden Team darüber zu sprechen.
Eine Einschränkung der Fachliteratur, die erwähnt werden muss
Die gleiche Fachzeitschrift ist offen über den Stand des Wissens: es gibt wenig solide wissenschaftliche Daten bezüglich der operativen Indikationen, der Wahl der Techniken und des Komplikationsrisikos, so dass die eigene Meinung und Erfahrung des Chirurgen oft eine große Rolle spielen. Die Autoren fordern auf, die Evidenz durch gut durchgeführte prospektive Studien zu stärken.
Was dies für Sie bedeutet: Die Ergebnisse und Indikationen können von Praktiker zu Praktiker variieren mehr als man sich vorstellt. Eine zweite Meinung ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern ein vernünftiger Schritt in einem Bereich, in dem die Fachliteratur selbst ihre eigene Schwäche anerkennt.
Der Ernährungshebel während der Gewichtsabnahme
Um es deutlich zu sagen: Kein Nährstoff hat nachgewiesen, dass er Dehnungsstreifen verhindert oder die Hautstraffung verbessert. Wir verkaufen Nahrungsergänzungsmittel, und wir machen auf diesem Gebiet keine Ansprüche.
Es gibt jedoch ein echtes Ernährungsproblem während einer Gewichtsabnahme, das sich auf die Muskulaturbezieht. Eine Gewichtsabnahme geht mit einem Verlust von Magermasse zusätzlich zum Fettmasse einher, und Proteine tragen zur Erhaltung der Muskelmasse bei. Dies ist der einzige ernährungsphysiologische Hebel, der in diesem Zusammenhang legal und wissenschaftlich verteidbar ist.
Jeder Weg zu signifikantem Gewichtsverlust erfordert ärztliche Betreuung, und dieser Artikel schlägt kein Protokoll vor. Nach einer bariatrischen Operation insbesondere werden die Proteinzufuhr und Mikronährstoffe speziell überwacht, mit Empfehlungen, die jeder Situation entsprechen. Verändern Sie Ihre Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Betreuungsteam.
Ein Wort auch zu dem, was die Hautstraffungbeeinflusst, das oft ohne Nuancen erwähnt wird. Die in der Fachliteratur genannten Faktoren sind Alter, die Dauer, während der die Haut gedehnt blieb, das Ausmaß des Gewichtsverlusts und Rauchen, das bekanntermaßen die Wundheilung beeinträchtigt. Keiner dieser Faktoren lässt sich durch ein Nahrungsergänzungsmittel verändern, und mehrere lassen sich überhaupt nicht verändern.
Dehnungsstreifen selbst behandeln
Dehnungsstreifen sind nicht Sache der Chirurgie, außer wenn sie sich auf einem Hautfragment befinden, das entfernt wird, in welchem Fall sie damit verschwinden, ohne behandelt worden zu sein. Bei allen anderen ist der Weg dermatologisch.
Eine Netzwerk-Metaanalyse mit 14 randomisierten Studien und 651 Teilnehmern hat die Behandlungen untereinander klassifiziert. An der Spitze: die Kombination aus bipolarer Radiofrequenz und topischem Tretinoin, mit 84,5 % Wahrscheinlichkeit, klinisch am wirksamsten zu sein, und 95,7 % am zufriedenstellendsten zu sein. Gefolgt von bipolarer Radiofrequenz allein, dann fraktioniertem CO2-Laser. Das Tretinoin allein landet am Ende der Rangliste.
Das Stadium wiegt schwerer als die Wahl der Technik. Eine rote oder violette Dehnungsstrieme ist frisch und spricht deutlich besser an. Eine weiße Dehnungsstrieme ist eine etablierte Narbe: die vollständige Verschwindungsrate fällt hier auf 4 %.
Bei einer Gewichtsabnahmereise hat dies zeitliche Folgen. Die Dehnungsstreifen entstanden während der Gewichtszunahme, oft also Jahre zuvor. Viele werden bereits weiß sein, wenn man sich damit befasst. Wenn aber rote Streifen noch erscheinen, besonders bei einer Wiederaufnahme oder Schwankung, dann ist es jetzt an der Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Die Details zu Techniken und ihren Nebenwirkungen finden sich in unserem Artikel zu weißen Dehnungsstreifen.
Was realistisch zu erwarten ist, bleibt unverändert: eine deutliche Verbesserung, keine Beseitigung. Und was auch nicht funktioniert, bleibt unverändert: Keine Kosmetik-Creme hat eine vorbeugende Wirkung nachgewiesen, Kakaobutter und Olivenöl werden explizit als unwirksam beschrieben.
Was konkret tun
Ihre Dehnungsstreifen erzählen von einer Etappe, die Sie überwunden haben, nicht von einem Problem, das bestehen bleibt. Sie verschwinden nicht mit den Kilos, denn es sind Narben, und sie können gemildert werden. Hautüberschuss ist ein ganz anderes Thema mit einer echten chirurgischen Lösung, echtem messbarem Nutzen für die Lebensqualität und echten Zugangs- und Komplikationsbeschränkungen. Herauszufinden, welcher der beiden Fälle auf Sie zutrifft, ist das Erste, das geklärt werden muss, und es ist kostenlos.
Häufig gestellte Fragen
Verstehen, was bleibt
Warum sind meine Dehnungsstreifen nicht mit den Kilos verschwunden?
Weil ein Dehnungsstreifen eine dermale Narbe ist, die während der Gewichtszunahme durch den Riss von Kollagen- und Elastinfasern entsteht. Gewichtsverlust reduziert das Volumen unter der Haut, repariert aber nicht die gerissenen Fasern in der Haut. Die Ursache ist verschwunden, die Folge ist geblieben. Dies ist eine häufige Enttäuschung und spricht nicht gegen Ihren erfolgreichen Weg.
Was ist der Unterschied zwischen einem Dehnungsstreifen und Hautüberschuss?
Ein Dehnungsstreifen ist eine feine Strieme in der Dicke einer ansonsten straffen Haut: es ist eine Narbe. Hautüberschuss ist eine Hautmenge, die zu groß für den Körper geworden ist, den sie bedeckt: Die Haut faltet sich, legt sich in Falten oder hängt herab und bleibt überschüssig, wenn Sie sie mobilisieren. Die beiden coexistieren oft, aber sie haben zwei Ursachen, zwei Ansprechpartner und zwei unterschiedliche Lösungen.
Werden meine Dehnungsstreifen mit der Zeit verblassen?
Sie gehen natürlich von rot oder violett zu perlmuttartig weiß über, was sie weniger sichtbar macht. Seien Sie jedoch vorsichtig bei der Interpretation: Diese Entwicklung ist kein Verschwinden, sondern die Vollendung der Narbenbildung. Es ist sogar ein Grund, nicht zu warten, wenn Sie handeln möchten, da die Behandlungen im roten Stadium deutlich besser ansprechen.
Sind Dehnungsstreifen ein Zeichen dafür, dass ich zu schnell abgenommen habe?
Nein, sie sind während der Gewichtszunahme entstanden, nicht während des Gewichtsverlusts. Sie zeugen von einer früheren Phase, in der sich die Haut schneller dehnte, als sie sich anpassen konnte. Die Geschwindigkeit des Gewichtsverlusts beeinflusst jedoch andere Parameter, darunter die Erhaltung der Muskelmasse, die Teil Ihrer medizinischen Betreuung sind.
Hautüberschuss und Chirurgie
Was kann Körperkonturchirurgie leisten?
Sie entfernt überschüssige Haut. Ein systematisches Review mit Metaanalyse zeigt, dass diese Chirurgie nach erheblichem Gewichtsverlust die körperliche Funktion, das psychologische Wohlbefinden und die soziale Funktionsfähigkeit statistisch signifikant verbessert, mit einer Reduktion des BMI. Dies ist der einzige Kontext, in dem eine chirurgische Lösung für diese Problematik wirklich angezeigt ist.
Ist dies ein ästhetisches Anliegen?
Nicht nur, und es ist wichtig, das vor der Konsultation zu wissen. Die Literatur beschreibt Hautüberschuss als Quelle von Schmerzen, Hautproblemen, Kleidungsbeschwerden und psychosozialen Schwierigkeiten. Die Chirurgie wird in erster Linie zur Behandlung dieser lästigen Hautprobleme angeboten. Die Anfrage auf dieser funktionalen Grundlage zu formulieren, ist sowohl genauer als auch nützlicher.
Welche Zone ist am meisten betroffen?
Der Bauch, bei weitem. In einer Serie von Patienten, die nach bariatrischer Chirurgie operiert wurden, war der abdominale Hautüberschuss die Problemzone bei 86,2% von ihnen, und die Bauchdeckenstraffung war die am häufigsten durchgeführte Operation. Andere klassischerweise betroffene Zonen sind die Arme, Oberschenkel und Brust.
Wie hoch ist die Komplikationsrate?
In der zitierten Serie wurden postoperative Komplikationen bei 30,5% der Patienten festgestellt, wobei Narbenbildungsprobleme mit 17,1% am häufigsten waren. Dies ist keine anekdotische Rate und muss in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Fragen Sie das Team, das Ihnen die Operation vorschlägt, nach seinen eigenen Zahlen.
Ist die Chirurgie für jeden zugänglich?
Nein, und dies ist ein Hindernis, das oft zu spät entdeckt wird. Ein Review beschreibt, dass viele plastische Chirurgen die Körperkonturchirurgie auf Personen mit einem BMI unter 28 beschränken, während die Mehrheit der Patienten nach bariatrischer Chirurgie einen BMI von 30 oder mehr behält, deren Anfragen daher oft abgelehnt werden, außer bei zwingenden medizinischen Gründen. Sprechen Sie dieses Thema frühzeitig mit Ihrem Team an.
Variieren die Ergebnisse je nach Chirurg?
Mehr als man sich vorstellt, und die Literatur erkennt dies selbst an. Ein Review hebt hervor, dass es wenig solide wissenschaftliche Daten zu Indikationen, Technikchoices und Komplikationsrisiken gibt, so dass die eigene Meinung und Erfahrung des Chirurgen oft eine Hauptrolle spielen. Eine zweite Meinung ist in diesem Kontext ein sinnvoller Schritt.
Entfernt die Chirurgie auch Dehnungsstreifen?
Diejenigen, die sich auf dem entfernten Hautstück befinden, verschwinden mit ihm, nicht weil sie behandelt wurden, sondern weil die Haut, die sie trug, nicht mehr da ist. Dehnungsstreifen außerhalb des Operationsfeldes, zum Beispiel über dem Nabel, an den Hüften, Oberschenkeln oder der Brust, sind nicht betroffen.
Sind die Patienten zufrieden?
In der Serie von 58 zitierten Patienten berichtete die Mehrheit über Verbesserungen in allen bewerteten Bereichen, und 54,9% beschrieben ihre Zufriedenheit als ausgezeichnet. Die verfügbare Metaanalyse bestätigt signifikante Verbesserungen der körperlichen, psychologischen und sozialen Funktionsfähigkeit. Diese guten Ergebnisse coexistieren mit der zuvor erwähnten Komplikationsrate: beide Informationen gehören zusammen.
Haut, Ernährung und Behandlung
Kann man die Hautstraffung verbessern?
Die in der Literatur erwähnten Faktoren sind Alter, die Dauer, in der die Haut gedehnt war, das Ausmaß des Gewichtsverlusts und Rauchen, das bekanntermaßen die Narbenbildung beeinträchtigt. Keiner dieser Faktoren ist durch ein Präparat veränderbar, und mehrere sind überhaupt nicht veränderbar. Keine Daten zeigen, dass ein orales oder topisches Produkt die Hautstraffung verbessert.
Kann ein Nahrungsergänzungsmittel der Haut nach Gewichtsverlust helfen?
Es gibt keine Daten, die eine Wirkung auf Dehnungsstreifen oder Hautstraffung belegen, und wir sagen das, obwohl wir Nahrungsergänzungsmittel verkaufen. Das einzige dokumentierte ernährungsphysiologische Problem in diesem Kontext betrifft den Muskel: Proteine tragen zum Erhalt der Muskelmasse bei. Das betrifft nicht die Haut.
Ist Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel hier hilfreich?
Nichts beweist dies bei Dehnungsstreifen oder überschüssiger Haut. Die Argumentation, die von der Zusammensetzung eines Dehnungsstreifens ausgeht und auf den Nutzen seiner Aufnahme schließt, ist ein logischer Sprung: Ein Stein zu liefern lenkt nicht die Baustelle.
Welche Behandlung für die Dehnungsstreifen selbst?
Eine Netzwerk-Metaanalyse mit 14 randomisierten Studien und 651 Teilnehmern setzt die Kombination von bipolarer Radiofrequenz und topischem Tretinoin an die Spitze, mit einer Wahrscheinlichkeit von 84,5 %, klinisch am wirksamsten zu sein, und 95,7 %, am zufriedenstellendsten zu sein. Es folgen allein die bipolare Radiofrequenz und dann der fraktionierte CO2-Laser. Tretinoin allein landet als letztes in der Rangliste.
Ist es zu spät, wenn sie weiß sind?
Nicht für eine Verbesserung, nur für ein vollständiges Verschwinden. Die beste Quote für vollständige Beseitigung bei weißen Dehnungsstreifen, die veröffentlicht wurde, liegt bei 4 %, aber echte Verbesserungen des Erscheinungsbildes und der Textur sind immer noch erreichbar. Bei einem Gewichtsverlust werden viele Dehnungsstreifen bereits weiß sein, da sie sich während der Gewichtszunahme gebildet haben, oft Jahre zuvor.
Sollte man bis zum Ende des Gewichtsverlusts warten, um zu handeln?
Für Körperkonturierungschirurgie ja: Sie sollte bei stabilisiertem Gewicht in Betracht gezogen werden, und die Zugangsvoraussetzungen hängen davon ab. Bei Dehnungsstreifen ist die Logik umgekehrt: Wenn rote Streifen auftreten, ist das Fenster sofort nutzbringend, da das rote Stadium deutlich besser anspricht. Die beiden Zeitpläne sind also unterschiedlich.
Was ist das Wichtigste zu diesem Thema?
Dass Dehnungsstreifen und überschüssige Haut zwei unterschiedliche Probleme sind, die man aufhören muss zu verwechseln. Dass Dehnungsstreifen nicht mit den Kilos verschwinden, weil es Narben sind, aber dass sie vermindert werden können, umso besser je neuer sie sind. Und dass überschüssige Haut eine dokumentierte chirurgische Lösung hat, die die Lebensqualität erheblich verbessert, mit Zugangsvoraussetzungen und einer Komplikationsrate, die man kennen muss, bevor man sich engagiert.
Glossar
- Dehnungsstreifen (striae distensae)
- Lineare dermale Narbe, die aus dem Bruch von Kollagen- und Elastinfasern unter schneller Dehnung resultiert.
- Überschüssige Haut
- Hautmenge, die nach Gewichtsverlust zu umfangreich für den Körper geworden ist, den sie bedeckt, was funktionelle Beschwerden verursacht.
- Körperkonturierungschirurgie
- Gruppe von Eingriffen, die zum Entfernen überschüssiger Haut nach erheblichem Gewichtsverlust bestimmt sind.
- Bauchdeckenstraffung
- Eingriff, der überschüssige Haut der Bauchdecke entfernt, der häufigste in diesem Kontext.
- Hautstraffung
- Fähigkeit der Haut, ihre Oberfläche nach Verringerung des Volumens, das sie bedeckt, zu reduzieren.
- Fettfreie Masse
- Anteil des Körpergewichts außer Fettmasse, einschließlich insbesondere des Muskels, dessen Erhaltung während des Gewichtsverlusts ein Anliegen ist.
- Striae rubra und striae alba
- Rotes und weißes Stadium des Dehnungsstreifens; das erste spricht deutlich besser auf Behandlungen an.
- Netzwerk-Metaanalyse
- Statistische Methode, die den Vergleich von Behandlungen untereinander ermöglicht, auch ohne direkte Konfrontation.
Quellen
Die unten zitierten Studien wurden über identifiziert PubMed.
- Toma T, et al. Verbessert die Körperkonturierungschirurgie nach bariatrischem Gewichtsverlust die Lebensqualität? Systematischer Überblick über Lebensqualitätsstudien. Obesity Surgery, 2018;28(10):3333-3341. DOI
- Gunnarson GL, et al. Plastische Chirurgie nach bariatrischer Chirurgie. Tidsskrift for den Norske laegeforening, 2015;135(11):1044-1049. DOI
- Shehab ME, et al. Zufriedenheit und Lebensqualität bei Patienten nach Körperkonturierungschirurgie nach massivem Gewichtsverlust. World Journal of Plastic Surgery, 2024;13(1):71-82. DOI
- Al-Himdani S, et al. Dehnungsstreifen: vollständige Übersicht und evidenzbasierte Bewertung von Prophylaxe und Behandlung. British Journal of Dermatology, 2014;170(3):527-547. DOI
- Lu H, et al. Vergleichende Wirksamkeit verschiedener Therapien bei der Behandlung von Dehnungsstreifen: systematische Übersicht und Netzwerk-Metaanalyse. Medicine (Baltimore), 2020;99(39):e22256. DOI
- Zhu CK, et al. Systematische Übersicht der Behandlungsergebnisse von Dehnungsstreifen. Dermatologic Surgery, 2024;50(6):546-552. DOI


